Zwei Methoden zum Bindungsaufbau

Es gibt verschiedene Möglichkeiten schon vor der Geburt zu dem Kind eine gute Bindung aufzubauen. Eine Bindung baut v.a. Dingen die Mutter meist sowieso ganz natürlich auf und das ist auch gut so und für das Baby später überlebenswichtig. Dennoch ist es von Frau zu Frau unterschiedlich wie schnell sich diese Bindung entwickelt und wie Tief sie reicht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten schon vor der Geburt mit dem Kind zu kommunizieren. Die bekanntesten Möglichkeiten sind direkt über die (innere) Stimme und über Berührung (Streicheln des Kindes durch die Bauchdecke).

Um den Bindungsaufbau zwischen Mutter, Kind und auch Vater zu fördern, wurden verschiedene „Programme“ entwickelt. Mit „professioneller“ Begleitung wird eine Bindung meist in einer Tiefe möglich, die zu Hause alleine nur sehr schwer erreicht werden kann.

Im folgenden möchte ich zunächst zwei Methoden vorstellen, die mit verschiedenen Herangehensweisen die Kommunikation zwischen Mutter, Kind und Vater fördern und somit dem Aufbau einer stabilen Bindung dienen.

Haptonomie (griech.: Lehre der Berührung)

Haptonomie ist eine heilende (heil bzw. ganz machende, den ganzen Menschen umfassende) Berührung, die den Anderen in seinem Wesen bestärkt. (http://www.haptonomie.com/_de/haptonomie/)
Die Technik wird nicht nur bei Schwangeren eingesetzt, sondern auch in diversen anderen Gebieten, da sie den Kontakt zwischen verschiedenen Personen re/etablieren soll.

Haptonomie in der Schwangerschaft = Direkter Draht zum Kind
Mit der Haptonomie kann eine Schwangere frühestens damit anfangen, wenn sie ihr Kind schon spüren kann. Allgemein wird für den Start die ca. 24 Schwangerschaftswoche empfohlen. Denn durch sanfte Berührungen der Bauchdecke bzw. des Babies soll eine Kontaktaufnahme zwischen Mutter, Vater und Kind schon im Mutterbauch erreicht werden.

Indem Mutter oder/und Vater ihre Hand auf die Bauchdecke legen, konzentriert man sich automatisch auf das Kind und sendet ihm innerlich auf diese Weise Botschaften. Man spürt das Kind mit den Händen und nimmt es gleichzeitig auch gefühlsmäßig wahr und das Kind spürt das.

In der Haptonomie soll vor allen Dingen die gefühlsmäßige Bindung zwischen Mutter/Vater und Kind unterstützt werden. Besonders geeignet ist diese Methode auch für Väter, da sie es im Allgemeinen schwerer haben schon vorgeburtlich eine tiefe emotionale Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Denn Väter haben es in dieser hinsicht schon echt schwer, denn in ihrem Körper verändert sich nichts und sie können nur zusehen wie ihre Partnerin von Woche zu Woche runder wird und neue Bedürfnisse entwickelt und von den ersten Tritten berichtet die sie soeben gespürt hat. Durch Haptonomie wird es speziell für Väter nochmal viel leichter das Kind zu streicheln, zu spüren und schon kennenzulernen.

Eine haptonomische Übungsstunde dauert meist maximal eine dreiviertel Stunde, um so kleiner das Baby ist, desto kürzer fallen die Übungsstunden aus. Die Übungen kann man zu Hause, immer wenn man ein wenig Ruhe hat,  gut und leicht anwenden. Das Schöne ist, dass auch der Partner nun „weiß“ wie er eine aktive Rolle in der Kontaktaufnahme mit dem Baby übernehmen kann.

Umso größer das Baby ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Baby auch Antworten gibt. Denn Babies reagieren auf Berührung, sei es nun von innen oder außen, oft mit Bewegungen, Tritten oder sie schmiegen sich direkt in die aufgelegte Handfläche.

Die Eltern lernen in den Haptonomie-Stunden auch die Stimmung des Babies zu erspüren und können ofmals genau sagen, ob es z.B. müde oder verspielt ist.

Manche Frauen wenden Haptonomie auch während der Geburt an. Denn eine Frau, die während der Schwangerschaft schon erlernt hat zu spüren wie es ihrem Kind geht, kann während der Geburt auch diese innere Verbindung aufrechterhalten. Das Becken und den Muttermund versucht sie zu öffnen und für das Baby weich zu machen.

Viele Eltern die Haptonomie während der Schwangerschaft praktiziert haben, sind zu tiefst überrascht, wenn sie ihr Kind nach der Geburt wiedererkennen, obwohl sie es ja eigentlich noch nie gesehen haben.

Wenn Du deine Schwangerschaft durch Haptonomie begleiten lassen möchtest kannst du hier eine passende Begleitung finden. Eventuell bietet sogar deine Hebamme das an oder halte einfach die Augen in deinem Umfeld offen.

Bindungsanalyse

Die Bindungsanalyse wurde in den 1990er Jahren von Jenö Raffai und György Hidas entwickelt, da sie erkannten, wie wichtig die vorgeburtliche Entwicklung für die spätere Entwicklung der Kinder ist. Sie suchten nach einer Präventationsmethode um späteren Psychosen vorzubeugen. Ihnen war klar, dass die Analyse der Körperempfindungen in die Zeit vor der Geburt zurückführt. Seit den Anfängen der Analyse wurden so mehrere Tausende Schwangere Frauen betreut und es zeigte sich eine beeindruckende positive Wirkung dieser Methode auf Schwangerschaft, Geburt und gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Die Bindungsanalyse ist eine andere Form einer effektiven Schwangerschaftsbegleitung von Mutter und Kind. Mit Hilfe der Analyse gelingt es Schwangeren schon vor der Geburt eine sehr tiefe Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen und mit ihm in Kontakt zu treten.

Die Tiefe der Beziehung die eine Mutter zu ihrem Kind erreicht hängt auch von dem psychischen Zustand der Mutter, der Sozialisierungsvergangenheit und den eigenen fetalen Erlebnissen, den Elternbildern und der psychosozialen Umgebung der Mutter ab.

Beginnen kann man mit der Bindungsanalyse schon zu Beginn der Schwangerschaft, spätestens aber bis zur 25 Schwangerschaftswoche.

Dazu legt die Schwangere sich in einem entspannten Zustand hin und konzentriert sich ganz auf die Signale ihres Babies. Es kommen Gefühle, Bilder, Gedanken und Phantasien zum Vorschein, diese stellen eine Art „inneren Bildschirm“ dar, worauf sie und das Baby Zugriff haben. Es entsteht so ein seelischer Raum oder Bindungsraum, in dem die beiden kommunizieren können. Ein Analytiker unterstützt diesen Prozess indem er der Schwangeren Anregungen oder Interpretationen gibt. Dies ist auch der Grund dafür, dass es Schwangeren meist nicht gelingt zu Hause die gleiche Tiefe und Wirkung auszubauen.
Vor allem am Anfang der Analyse sind Schwangere meist unsicher, was die Bilder, Gefühle und Gedanken angeht, die sie auf ihrem „inneren Bildschirm“ sehen. Aber mit der Zeit wird die Kommunikation deutlich klarer. Der Dialog zwischen Eltern und ungeborenen Kind in der Gebärmutter bietet eine niemals wiederkehrende Möglichkeit, im späteren Leben auftauchenden psychischen, emotionalen und physischen Störungen schon bei der Entstehung vorzubeugen. Dieser Dialog bedeutet gleichzeitig eine Vorbereitung auf eine optimale Entbindungssituation, auf die Geburt und deren guten Verlauf, und er bestimmt die späteren Interaktionen des Menschen mit dem Lebensfluss. Oftmals können so frühzeitig Probleme, seitens der Mutter oder des Babies, erkannt und behoben werden.

Wahrgenommen und gespiegelt werden, ist insbesondere für Säuglinge emotional und neurobiologisch lebenswichtig, dadurch entsteht Urvertrauen. Das Baby wird auf einer ganz tiefen Ebene wahrgenommen und kann so seine Persönlichkeit optimal entwickeln und das Vertrauens- und Selbstwertgefühl wachsen.

Babys die durch eine Analyse gegangen sind, sind nach der Geburt deutlich wacher, neugieriger und ruhiger als der Durchschnitt. Es wurde außerdem beobachtet, dass sie mit allen weiteren Entwicklungsschritten (z.B. Laufen, sprechen, etc…) deutlich früher dran sind als ein Durchschnittskind.

Jede Schwangere hat ihre eigenen individuellen Erfahrungen mit der Bindungsanalyse gemacht und die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Jede Analyse ist eine individuelle persönliche Erfahrung für Mutter und Kind.

Wenn Du auch interesse hast zur Bindungsanalyse während deiner Schwangerschaft zu gehen, so findest du hier weitere Informationen.

 

Quellen:

Nabelschnur der Seele

Eigene Erfahrungen und Zusammenfassung von Internetrecherchen

 

One Comment

  1. Als Vater hast Du eine besondere Funktion im Leben Deines Kindes.
    Für Dein Kind bist Du der erste Mann, dem es begegnet,
    der Held, das Vorbild.

    Was Dein Kind sieht und spürt ist viel mehr, als Du selbst möglicherweise von Dir und Deinem eigenen System bewusst hast.
    Dein Kind sieht auch Deine unbewussten Emotionen, Deine ungeklärten Themen, Deine Blockaden und
    all das, was Dich ausmacht.

    Ab dem ersten Moment will Dein Kind, dass Du als Vater
    in Deiner gesamten Kraft und in Deinem gesamten Sein bist.

    Es tut alles, was es kann, um Dir dabei zu “helfen”.
    So kann es sein, dass es Deine ungelösten Themen, Blockaden, Emotionen,
    Gewohnheiten einfach in sich aufsaugt, damit Du davon befreit bist.

    Du vermutest sicherlich bereits, was damit passiert. Dadurch dass
    Dein Kind Deine Themen aufgesaugt hat, ist erst einmal nichts zum besten geschehen.
    Im Gegenteil. Nun kämpft das System Deines Kindes mit Themen, die möglicherweise viel zu groß sind.

    Das kann dazu führen, dass Dein Kind frühzeitig Krankheitssymptome zeigt,
    sehr unruhig ist, unbestimme Ängste entwickelt, sich vom außen abkapselt, aggressiv oder sonst wie
    auffällig ist.

    https://wirklichgut.com/vater-kind-coaching

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