Wachstuch für die Einraumbeute selber machen

Wachstücher kennt man heute als ökologischen Frischhaltefolienersatz. Diese kann man jetzt sogar schon in Läden kaufen.
Genau so ein Wachstuch möchte ich auch herstellen, allerdings nicht zum Essen frisch halten oder verpacken, sondern als Abdeckung für unsere Bienenbehausung, die Einraumbeute.

Normalerweise wird in Bienenbeuten eine Plastikfolie zwischen Rähmchen und Dämmung bzw. Deckel verwendet. Das finde ich allerdings keine so natürliche, nachhaltige und atmungsaktive Lösung.
Deswegen möchte ich für die Bienen in unserer Einraumbeute auch keine Plastikfolie einsetzen, sondern lieber ein Wachstuch. Natürlich bin ich schon sehr gespannt wie lange es hält, welche Erfahrungen ich damit mache und ob ich es weiterempfehlen kann.
Bei Mellifera e.V. werden die Einraumbeuten auch mit diesen Wachstüchern verkauft, aber man kann sie auch einzeln direkt im Online Shop beziehen (25 Euro das Stück).
Da ich Dinge aber gerne selber mache, wollte ich ausprobieren wie das selber machen von Wachstüchern denn funktioniert.

Im folgenden werde ich ein der Anleitung beschreiben, wie ich die Wachstücher gemacht habe. Als Inspiration diente die Anleitung von Mellifera, die aber leider keine genaueren Mengenangaben enthält. Ich habe zwei Wachstücher gemacht und deswegen werde ich mich in den Mengenangaben immer auf die “Zutaten” für zwei Wachstücher beziehen. Auch wenn man nur eine Einraumbeute hat, kann man evtl. doch gleich zwei machen, denn dann lohnt sich der Aufwand und man kann eins verschenken/verkaufen oder für die nächste Einraumbeute aufbewahren. Falls doch nur ein Tuch gemacht wird, einfach die Mengenangaben halbieren.

Das brauchst Du:

  • Zwei relativ schwere Tücher (260g/m2) in der Größe deiner Einraumbeute (ca. 79cm*30cm): Kosten 0-15 Euro
  • ca. 600g Bienenwachs, dein eigenes oder Biowachs von zertifizierten Imkern. Ich habe z.B. einfach Mittelwände genommen: Kosten 0-20 Euro
    Alternativ auch Wachs direkt vom Imker deines Vertrauens.
  • ca. 140 ml Bio-Sonnenblumenöl: Kosten 2,50

Weiteres:

  • einen Alten Topf
  • eine Pfanne mit Wasser für ein Wasserbad
  • eine Herdplatte
  • ein Stock zum umrühren
  • Wäscheleine zum aufhängen der Wachstücher
  • evtl. Zange zum herausnehmen des Tuchs

und dann natürlich etwas Geduld und Vorsicht beim Umgang mit heißem Wachs!

Ich habe für beide meine Wachstücher 18 Euro ausgegeben. Gekauft habe ich lediglich das Wachs und das Öl. Reststoff hatten wir noch und die anderen Dinge gab es auch noch im Keller. Preislich bin ich viel günstiger weggekommen als wenn ich ein Tuch für 25 Euro gekauft hätte und am Ende hatte ich sogar 2 Tücher! Das Selbermachen hat sich also definitiv gelohnt!

Die Pfanne mit etwas Wasser füllen und auf den Herd stellen. Den Topf ins Wasserbad stellen und das Wachs in den Topf geben.
Den Herd auf mittlerer Stufe anschalten.
Nun beginnt das Wachs langsam zu schmelzen. Das braucht allerdings etwas. Bei mir hat es ca. 1,5 h gebraucht. Aber wahrscheinlich wäre es schneller gegangen, wenn ich den Herd etwas höher gestellt hätte.
In der Zwischenzeit die Tücher auf die richtige Größe zuschneiden. Es macht nichts wenn Fransen bleiben, durch das Wachs “verklebt” das Tuch.

Wenn das komplette Wachs geschmolzen ist, das Öl zugeben und umrühren. Kurz warten bis die erkalteten Wachsstückchen wieder geschmolzen sind.
Nun ein Tuch nehmen und in den Topf mit Wachs tauchen und gut umrühren. Das Wachs sollte überall am Tuch verteilt sein. Ich habe auch gelesen, dass man das Wachs mit einem Pinsel verteilen kann. Das habe ich nicht ausprobiert, aber vielleicht funktioniert es ja auch gut.
Mithilfe der Zange wird das Tuch sehr schnell aus dem Topf genommen und auseinander gefaltet. Das restliche flüssige Wachs tropft schnell ab. Dann kann man es schon in die Hände nehmen und kurz abkühlen und abtrocknen lassen. Anschließend einfach an die Wäscheleine oder auf eine flache Fläche legen.

Das Tuch ist nun gebrauchsfertig und kann direkt zum Einsatz kommen!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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