Neuer Umgang mit der Varroa-Milbe

In diesem Artikel möchte ich Denkanstöße geben zu einem neuen Umgang mit der Varroa-Milbe (Varroa destructor). Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt und möchte daher die Ergebnisse meiner Recherche teilen. Wer danach tiefer in die Thematik einsteigen möchte, dem bieten die unten angegebenen Quellen viele weitere Informationen. Es ist ein sehr komplexes Thema und ich werde versuchen, alles verständlich darzustellen.

Die ▶Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist vielen verschiedenen (Umwelt-)Einflüssen ausgesetzt, welche einen großen Teil ihres Wohlergehens ausmachen.
Es ist nicht nur einzig und allein die ▶Varroa-Milbe (ein Parasit), die der Biene zu schaffen macht. Auch ▶Monokulturen, der Einsatz von ▶Pestiziden und unnatürliches Futter (oft reiner Zuckersirup ohne Mineralien und Vitamine) schwächen Bienenvölker. Die Biene lebt in einem System, welches auf lange Sicht nicht “gesund” ist. Dieses System ist jedoch vom Menschen geschaffen. In diesem System können die Bienen also nicht mehr ohne intensive menschliche Betreuung überleben.

Probleme – Die Biene im System
  1. Die Biene ist vom Menschen abhängig: Fütterung, Milbenkontrolle & -behandlung, Behandlung von Krankheiten, Schutz vor Schädlingen

  2. Landwirtschaftliche Monokulturen führen zu eintöniger Tracht (=Nahrungsangebot für Bienen).

  3. Pestizide, speziell Insektizide, vergiften Bienen direkt oder schleichend. Verboten oder auf Notfälle beschränkt wird der Einsatz trotzdem nicht, er ist eher die Regel als die Ausnahme.

Eine kurze Begriffserklärung für Neulinge
Bienen-Königin, -Arbeiterin, -Drohne nebeneinander
Königin, Arbeiterin, Drohne

Königin = weiblich, Eier legend, eine pro Volk, entsteht aus befruchtetem Ei und durch speziellen Futtersaft (Gelee Royal), groß mit schlankem, langem Hinterleib
Arbeiterin = weiblich, aus befruchtetem Ei, klein
Drohne = männlich, aus unbefruchtetem Ei, groß

 

Kurze Einführung zur Varroa-Milbe

Das Buch ▶”Varroose – erkennnen und erfolgreich bekämpfen” von Friedrich Pohl stellt die Varroa-Milbe im Detail und die klassischen Bekämpfungsmethoden vor.

Entwicklung, Vermehrung und Schadwirkung
Makro-Aufnahme der Varroa-Milbe
Detail-Aufnahme der Varroa-Milbe

Der stecknadelgroße Parasit sieht einer Zecke ähnlich. Die Varroa-Milbe beißt sich an den Bienen fest und bohrt sie dann an, um sich von deren Blut (Hämolymphe) zu ernähren.
Die Milbe setzt sich gezielt auf Pflege- und Baubienen. Sie lässt sich zu kurz vor der Verdeckelung stehenden Zellen tragen und fällt zielsicher in diese Zellen hinein. Besonders angezogen fühlt sich die Milbe von Drohnenzellen, welche etwas größer als die Arbeiterinnen-und Honiglager-Zellen sind. Zudem haben Drohnen eine etwas längere Entwicklungsdauer als Arbeiterinnen (24 statt 21 Tage).

Die Milbe nistet sich also in der Zelle ein und legt Eier ab. Danach beißt sie ein Futterloch in die Haut der Bienen-Larve. Aus diesem Loch werden sich die geschlüpften Milben ernähren, die Larve stirbt daran jedoch nicht!

Brut-Entwicklung mit Varroa-Milbe
Bienen-Entwicklung mit Varroa-Milbe

Die zuerst schlüpfende Milbe ist männlich und begattet alle danach schlüpfenden, weiblichen Milben in der Zelle. Mit dem Schlüpfen der Biene werden die schon begatteten Milben in den Stock entlassen.
Je länger die Entwicklung der Biene in der Zelle braucht, desto mehr Nachkommen kann die Mutter-Milbe in die Welt setzen.
Der Parasit schwächt die sich entwickelnden Bienenlarven und überträgt eine Vielzahl verschiedener Viren. So vermehrt sich die Milben-Population exponentiell in einem atemberaubenden Tempo!

Besonders im Herbst, wenn die Bienenpopulation wieder zurück geht, aber die Anzahl der Milben extrem hoch ist, kommt es zu einer Mehrfachparasitierung der Brut. Die übertragenen Krankheiten lassen sich nur schwer unter Kontrolle halten. Denn eine Behandlung ist dann meist schon zu spät. Dies schwächt vor allem die sich entwickelnden Winterbienen enorm. Die Schwächung für das Volk ist ungleich stärker, denn schwache Winterbienen können das Volk schlechter durch den langen Winter bringen.
Der Schaden, den die Varroa-Milbe anrichtet, macht sich oft erst auf lange Sicht bemerkbar: schwache Völker, Völkerverluste im Herbst und Winter, schlechte Volksentwicklung, Ausbruch von (opportunistischen) Krankheiten.

Globale Verschleppung und Reaktionen darauf
Zeitliche Verbreitung der Varroa-Milbe in ausgewählten Ländern
Zeitliche Verbreitung der Varroa-Milbe weltweit

Die Varroa-Milbe wurde in den 80er-Jahren durch den Menschen von Asien aus weltweit verschleppt. Sie ist seitdem eine der größten Herausforderungen der modernen, kommerziellen Imkerei.

Die in Asien heimische ▶Östliche Honigbiene (Apis cerana) ist der ursprüngliche Wirt der Varroa-Milbe. Durch eine lange, gemeinsame Entwicklung haben sich die beiden Arten aneinander angepasst (▶Ko-Evolution). Es hat sich ein Gleichgewicht entwickelt, in dem beide überleben und die Milbe der Biene nicht zu großen Schaden zufügt. Sollte diese Anpassung dann bei der hier heimischen Westlichen Honigbiene nicht auch möglich sein?

Als die Milbe eingeschleppt wurde, reagierte man in “Industrienationen” mit sofortiger Behandlung der Bienenvölker. Gleichzeitig erkannte man in anderen Regionen (z.B. in Afrika) das Problem nicht sofort. Außerdem hätte man gar keine Ressourcen zur Bekämpfung aufbringen können. Daher folgte beispielsweise in Afrika innerhalb kurzer Zeit ein starker Einbruch der Zahl der Bienenvölker. Nach einigen Jahren stabilisierten sich die Zahlen wieder, ohne dass die Imker etwas an der Haltungsform geändert hatten. Was war passiert?

Was können wir daraus lernen?

Die Bienen haben ihr Verhalten an den neuen Parasiten, die Varroa-Milbe, angepasst. Anders formuliert: Zuerst haben nur wenige Völker überlebt. Diese Völker konnten durch ihr Verhalten den Schaden durch den Parasiten begrenzen. Die überlebenden Völker wurden folglich von den Imkern weiter vermehrt und das Verhalten zur Eindämmung der Milben hat sich durchgesetzt. Die Population konnte sich schließlich ohne Hilfe des Menschen gegen die Milbe behaupten.

Dieses Beispiel zeigt jedenfalls deutlich, dass zwei unterschiedliche Reaktionen auf das gleiche Problem zwei unterschiedliche Resultate hervorbrachten.
Grundsätzlich liegt es nicht “im Interesse” der Varroa-Milbe die Bienen-Population zu zerstören, denn das würde gleichzeitig ihre Lebensgrundlage zerstören! Ein Parasit vernichtet nie seinen Wirt. Das ist ein natürliches Gesetz und ergibt Sinn! Das Beispiel Afrika zeigt jedoch, dass es zuerst zu starken Schwankungen in der Population kommt, bevor sich ein Gleichgewicht auf natürliche Weise ergeben kann.

Bienen beim Umgang mit der Varroa-Milbe unterstützen
Biene mit Varroa-Milbe im Nacken
Biene mit Varroa-Milbe auf dem Rücken

Was konkret können Imker also tun, damit die Westliche Honigbiene auch in den Industrieländern lernt mit der Varroa-Milbe umzugehen?
Der bekannte Bienenwissenschaftler Prof. Thomas Seeley hat dazu einen prägnanten, äußerst interessanten Artikel geschrieben. Er vergleicht die Lebensweise von wild lebenden Honigbienen mit der von imkerlich betreuten Honigbienen. Im Folgenden werde ich die wichtigsten Punkte herausgreifen:

Unterschied 1
Genetische Anpassung an die Umgebung
  • imkerlich betreute Bienenvölker: nein bzw. nur beschränkt
  • wild lebende Bienenvölker: ja

Was kann der Imker tun?
Gibt es lokal angepasste Bienenrassen? Falls ja, versuche mit ihr zu imkern
⇒ Hier eine Übersicht der Rassen der Westlichen Honigbiene: ▶zu Wikipedia

Unterschied 2
Anzahl der Bienenvölker pro Fläche (Dichte)
  • imkerlich betreute Bienenvölker: nebeneinander, konzentriert (hohe Dichte) → Folgen: größerer Wettkampf um Futterquellen, größeres Risiko von Räuberei zwischen den Völkern, leichtere Übertragung von Krankheiten und Parasiten
  • wild lebende Bienenvölker: gleichmäßig und weit über die Landschaft verteilt (niedrige Dichte)

Was kann der Imker tun?
Nicht so viele Völker an einen Platz stellen, sondern lieber etwas weiter auseinander. 30-50 Meter zwischen den Völkern hilft schon viel. Optimal wären ca. 0,5 km, aber das ist heute kaum machbar.

Unterschied 3
Größe der Bienenvölker und -behausungen
  • imkerlich betreute Bienenvölker: relativ groß → Folgen: weniger Schwärmen ⇒ weniger natürliche Selektion
  • wild lebende Bienenvölker: relativ klein

Was kann der Imker tun?
Die Bienen in kleinere oder nicht erweiterbare Bienenkästen setzen. Schwärmen zulassen.

Unterschied 4
Schwärmen
  • imkerlich betreute Bienenvölker: Schwärmen meist unerwünscht und unterdrückt.

    Bienenschwarm am Ast hängend
    Bienenschwarm am Baum
  • wild lebende Bienenvölker: mindestens ein Mal Schwärmen pro Jahr

Was kann der Imker tun?
Bienen Schwärmen lassen. Nicht unbedingt Nachschwärme unterbinden.
Durch das Schwärmen stellt sich im Muttervolk eine Brutpause ein. Je öfter die Bienen schwärmen, desto länger ist die Brutpause. Und desto geringer ist der Varroa-Befall, weil sich die Milben ohne Brut nicht vermehren können.
Anmerkung: Es gibt auch Quellen, welche von Nachschwärmen abraten, da sie das Volk zu sehr schwächen (z.B. im ▶Mellifera-Blog oder im Buch ▶Die Bienenkiste – selbst Honigbienen halten, einfach und natürlich).

Unterschied 5
Drohnenbrut
  • imkerlich betreute Bienenvölker: ausschneiden der Drohnenbrut

    Vergleich der Zellgröße für Arbeiterinnen und Drohnen
    Vergleich der Zellgröße für Arbeiterinnen (links) und Drohnen (rechts)
  • wild lebende Bienenvölker: Drohnenbrut bleibt im Volk

Hintergrund
In den Rähmchen mit Mittelwänden können die Bienen aufgrund der vorgegebenen Zellgröße nur Arbeiterinnenbrut bauen oder Honig oder Pollen einlagern. Drohnenbrut ist unmöglich, weil dafür größere Zellen notwendig sind. Deswegen erhalten die Bienen ein leeres Rähmchen, welches sie im Frühjahr mit Drohnenzellen ausbauen und Drohnen großziehen. Eine gängige Imkerpraxis ist es, die Drohnenbrut auszuschneiden bzw. zu entfernen. Dafür hat der Imker zwei Gründe:

  1. In der Drohnenbrut lebt der Großteil der Varrroa-Milben. Diese können so eliminiert werden.

  2. Drohnen haben keine (bekannte) Aufgabe im Stock. Sie “fressen dem Imker bzw. dem Volk den Honig weg”.

Viele Wissenschaftler sind sich aber inzwischen einig, dass Drohnen im Stock auch eine Funktion haben. Eventuell sind sie für die Stimmung im Volk zuständig.

Was kann der Imker tun?
Nicht die gesamte Drohnenbrut aussschneiden! Wenn 10-20% der Fläche im Bienenkasten mit Drohenbrut bedeckt ist, ist das vollkommen in Ordnung.
Bei der Methode von resistantbees.org wird bei jeder zugegebenen Mittelwand die untere Ecke ausgeschnitten, so dass es ca. 10% Freifläche entspricht auf welcher die Bienen dann Drohnenbrut bauen können. Mit 10% Drohnenbrut schaffen es die Bienen leichter einen Putztrieb gegen die Varroa Milbe zu entwickeln.
Trotzdem das Volk immer gut beobachten!

Unterschied 6
Fütterung
  • imkerlich betreute Bienenvölker: Ernte des Honigs; im Herbst Fütterung mit Zuckerwasser o.Ä., welches die Bienen statt Honig einlagern
  • wild lebende Bienenvölker: verzehren im Winter ihren selbst gesammelten Honig

Hintergrund
Im Honig ist eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien, Nährstoffen, Zuckern und Enzymen vorhanden. Diese ausgewogene, natürliche Nahrung kann eine Fütterung mit industriellem Zucker bei weitem nicht ersetzen. Dies schwächt die Bienen natürlich!

Was kann der Imker tun?
Wenigstens etwas Honig unter die künstliche Fütterung mischen. 
Ein bewährtes Mischverhältnis besteht aus 3 kg Wasser, 2 kg Zucker und 1 kg Honig. Dazu wird noch etwas Kamillentee gegeben, welcher das Futter für die Bienen bekömmlicher macht.

Unterschied 7
Wandern mit den Bienenvölkern
  • imkerlich betreute Bienenvölker: werden bei Wanderimkerei im Laufe des Jahres an verschiedene Standorte gebracht
  • wild lebende Bienenvölker: leben immer am selben Ort

Hintergrund
Der Transport kann je nach Strecke und Temperatur eine enorme Belastung darstellen. Die Bienen müssen sich nach jedem Umzug neu orientieren und zurechtfinden. Das bedeutet Stress.
Extreme Ausmaße hat die Wanderimerei in den USA angenommen. Bienenvölker werden in LKW quer durch das ganze Land von einer blühenden Monokultur zur nächsten transportiert. Gut veranschaulicht auf dieser Karte bei ▶Globale Allmende.

Was kann der Imker tun?
Wenn möglich die Völker das ganze Jahr über am selben Platz lassen. Umziehen so selten wie möglich und wenn, dann in der Winterruhe, um die Beeinträchtigung für die Bienen möglichst gering zu halten.

Unterschied 8
Größe der Arbeiterinnen- und Honigzellen

(Wird von Prof. Thomas Seeley nicht genannt. Das Konzept ist von ▶resistantbees.com. Ich persönlich finde diesen Unterschied jedoch sehr wichtig!)

  • imkerlich betreute Bienenvölker: Standard-Zellmaß heute für Arbeiterinnenbrut- und Honigzellen → 5,4 mm
  • wild lebende Bienenvölker: natürliches Zellmaß vor ca. 100 Jahren für Arbeiterinnenbrut- und Honigzellen → 4,9 mm

Hintergrund
Die Imkerei, die einen höheren Honigertrag als Ziel hatte, züchtete die Bienen auf größere Zellen. In den größeren Zellen kann sich die Varroa-Milbe besser vermehren, weil es mehr Platz gibt und die Brutdauer länger ist.
Sind die Zellen kleiner, wird eine höhere Dichte im Nest erreicht. Dadurch wird es wärmer im Nest und die Brutdauer wird verkürzt. In der kürzeren Zeit können sich weniger Varroa-Milben in der Zelle entwickeln.

Was kann der Imker tun?

  1. Bienen keine Mittelwände hineingeben, sondern Naturbau machen lassen. Wichtig ist laut ▶resistantbees.com auch, dass dunkle Waben nicht herausgenommen werden. In der Natur macht das – außer der Wachsmotte – auch keiner. Mit der Zeit werden die Zellen durch Ablagerungen im Innenraum kleiner. Dadurch wird die Vermehrung der Varroa-Milbe gebremst.

  2. Bienen auf kleine Zellen zurück züchten. Zuerst auf 5,2 mm, dann auf 4,9 mm. Dazu Mittelwände mit dem Maß 5,1 mm bestellen. Diese ▶Firma in Schweden bietet rückstandsfreie Mittelwände mit den Maßen 4,9 mm, 5,1 mm und 5,4 mm an. Den Bienen die Rähmchen mit den neuen Mittelwänden und 5,1 mm Zellmaß geben. Abwarten bis die Bienen dieses Maß bauen. Dann Mittelwände mit 4,9 mm bestellen und einsetzen. Der Schritt von 5,4 mm auf 4,9 mm ist zu groß, daher der Zwischenschritt über 5,1 oder 5,2 mm.

Herausforderung 9
Genormte Lebensräume und einfältiges Nahrungsangebot

Durch die ▶Industrialisierung der Landwirtschaft und die ▶Flurbereinigung wurde die Kulturlandschaft sehr eintönig und arm an Strukturen. So wurde es zwar für die Menschen leichter zu bewirtschaften. Für alle andere Lebewesen jedoch wurde es zunehmend schwieriger zu überleben und sich fortzupflanzen. Großflächige Monokulturen verursachen einen Mangel an vielfältigen Nahrungspflanzen und Lebensräumen. Dazu kommt der großflächige und häufige Einsatz von Pestiziden und künstlich hergestelltem Dünger. All dies führte in den letzten Jahrzehnten zu einem immer stärker werdenden Artensterben: ▶das 6. Massensterben der Erdgeschichte.

Wie kann ein Gegenentwurf dazu aussehen?
Wildblumen in Blüte
vielfältig blühende Wiese

Eine kleinstrukturierte und ökologisch bewirtschaftete Landwirtschaft fördert bewusst und gezielt die Vielfalt der Lebensräume und Arten.
Aber auch als Imker oder Privatperson kann man viel dazu beitragen, Biodiversität zu erhalten. Heimische Wildpflanzen bieten einen ökologischen Mehrwert und machen die Honigbiene, aber auch alle wild lebenden Insekten stark. Jeder kann mitmachen, denn ▶jeder Quadratmeter zählt! (“Jeder Quadratmeter zählt” ist ein Wettbewerb des Naturschutzbundes Österreich).

Wie der Ausstieg (aus der Behandlung) gelingen kann

Nun möchte ich noch ein paar weitere Tipps geben, um die Motivation zu erhöhen und den Umstieg zu wagen!

Jeder, der Bienen hält, sollte nicht einfach präventiv gegen die Varroa-Milbe behandeln. Erst bei einem gewissen Druck durch den Parasit sollte eine Behandlung erfolgen. Dadurch bekommt die Biene die Möglichkeit, die Varroa-Milbe selbst zu erkennen, auszuputzen und so zu kontrollieren.
Auch ist es sinnvoll konsequent die “resistenten” Völker auszuwählen und mit ihnen weiter zu züchten.

Natürlich ist es keinesfalls ratsam in einer Gegend mit vielen Bienenvölkern einfach mit der Behandlung aufzuhören. Individuell ist immer eine genaue Abwägung notwendig! Ist man jedoch relativ abgeschieden, spricht nichts dagegen einfach einmal das Experiment zu starten und nicht zu behandeln.
Dass es funktioniert, das zeigt die Entwicklung der natürlichen Varroa-Resistenz in Afrika! Die Natur findet von selbst zu einem Gleichgewicht. Wir brauchen nur etwas Geduld!

Das Wichtigste ist jedenfalls, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt. Sprecht darüber! Oder bildet Imker-Kollektive die gemeinsam an der Sache arbeiten. Auf der Insel La Palma ist so ein Kollektiv entstanden (▶resistantbees.com), diese haben heute auf der Insel kaum noch Varroa-Probleme!

Sehr wichtig ist aber auch, dass die Bienen in einem gesunden Ökosystem leben können! Denn nur dann werden sie wirklich stark!
Deswegen: Bring die Landschaft zum Blühen!
Egal ob Stadt oder Land, egal ob alt oder jung: Fange genau dort an, wo Du bist und genau jetzt!
ALLE Lebewesen und dein Karma werden es Dir danken!
Mehr über Blühende Landschaften erfährst Du im Blogartikel “Bringen wir das Land zum Blühen”.

Zum Schluss kurz und bündig
was die Imkerin verändern kann
  1. Nur Behandeln, wenn unbedingt nötig.

  2. Nicht nur Zucker füttern, wenigstens mit Honig vermischen.

  3. Völker auf guten Putztrieb und kleine Zellen selektieren.

  4. Viel Trachtpflanzen pflanzen. Hier ein toller ▶Trachpflanzenfinder von beecareful.

  5. Kleine Behausungen wählen, welche nicht direkt auf dem Boden stehen.

  6. Mit lokalen Bienen arbeiten.

  7. 10-20% Drohnenbrut zulassen.

Was wirklich jeder machen kann
  1. Blühende Gärten anlegen.

  2. Keine Pestizide & Insektizide benutzen.

  3. Einem Netzwerk beitreten und aktiv werden, z.B. ▶Netzwerk Blühende Landschaft.

Dies war nur ein kurzer Einblick in die Dinge die wir verändern können, um die Bienen zu stärken. Denn nur starke Bienen können es auch selbst schaffen, einen Weg mit der Varroa-Milbe zu finden. Ich werde bestimmt bald wieder neue Recherchen und Ansätze für einen neuen Umgang mit der Varroa-Milbe teilen.

 

Quellen

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